Mittwoch, 1. November 2017

Gastartikel: Überforderung von Kindern - Wenn Hausaufgaben zum Albtraum werden



Frustrationstoleranz und Selbstbewusstsein. Egal wie kompetent Kinder sind, fehlen diese zwei Kompetenzen, sind Kinder schnell und vor allem wiederkehrend überfordert.
Überfordert mit Pflichten und Hausaufgaben, beim Spielen oder mit dem Leben selbst. 
Ihre Gedanken teilt hier heute Isabell mit euch. Sie ist nicht nur Schauspielerin und Aurorin, sondern auch Pädagogin. Und meine Frau 💕

                                                                                                                        



Etwas mehr Mut, Sorglosigkeit und Unbeobachtetsein, weniger „Kopf“ und mehr „Bauch“ wünsche ich den Kindern von heute sehr und vor allem, dass sie einfach Kinder sein könnten.
Deshalb, aus den Wirren des Alltags geborgen und in Worte gefasst: Mein Text als Gastbeitrag für Brittas Blog.
Viel Spaß beim Lesen.


trial and error


Kinder, die gar nicht erst mit der Hausaufgabe anfangen, sondern sich als erstes fragen: „Warum ich?“
Zaudern und Hadern, haben sie diese Kompetenzen erworben, als wir wollten, dass sie verhandeln und kritisch zu denken lernen? Dass sie erst mal fragen: „warum ich?“

Was ergibt das in der Summe? Kinder, die nicht ins Handeln kommen, sondern beim „Hadern mit“ und „Zweifeln an“ der Aufgabe steckenbleiben. Kinder, die gar nicht erst anfangen und so gar nicht ins Tun, ins Handeln kommen. Dabei ist es das, was uns lebendig macht, worin wir uns spüren lernen, was uns zufrieden macht. Und stolz, wenn wir uns anschauen, was wir schon geschafft haben, trotz der Widerstände, wenn wir das Ziel vor Augen sehen, uns ein inneres Bild dessen machen, was wir erreichen wollen oder auch eine Skizze aus der Hand oder oder.


Fehlen Kindern Frustrationstoleranz und Selbstbewusstsein, sind sie mit alltäglichen Situationen immer wieder überfordert.
Illustriert von Nele (11)


Unser Gehirn braucht die motorische Auswertung von Gedachtem, motorische Impulse und deren Ausführung, nur so trampeln sich die Pfade ein - und was ist mit unseren Sinnen? Hochziehen, hinfallen, hochziehen, hinfallen. Das hinterlässt die Spuren im Gehirn.
Stattdessen bleiben die Kinder hängen, ringen die Hände und rufen aus: „Meine kostbare Zeit, die dafür draufgeht.“ und „Was brächte es mir, wenn ich begänne?“
Wie schön wäre es, wenn sie ins Tun kämen, in etwas versänken, sich einer Aufgabe hingeben könnten und anfangen!, statt die Aufgabe zuvor der Analyse preiszugeben und immer um sie herumlavierend, die nächste Ausflucht, die nächste elloquente Sprachübung zu vollziehen. Das Üben von „Fürs und Widers“, die Kausalketten durchzukonjugieren, was, wenn ich es jetzt täte, was, wenn nicht.
Ich wünschte, dass unsere Kinder einen Versuch einfach bewältigen könnten, indem sie für ihn einen Strich machten und einfach weiter. Anstatt im Misslingen den nächsten Anlass zu finden, an der Tat erneut zu zweifeln.
Und alles Hadern beginnt von vorn.
Wenn das aber so ist, dann ist es auch nicht verwunderlich, wenn ihr Selbstbewusstsein von Anderen abhängt. Davon, ob sie aus einer Chatgruppe ausgeschlossen, dort geduldet oder blockiert werden.
Wie wünschte ich mir, dass sie ins Schwitzen kämen, dass sie sich durch Aufgaben einfach herausgefordert fühlen könnten, anstatt überfordert zu sein mit der bloßen Anwesenheit einer Pflicht! Wie schön wäre es, wenn sie weniger Anwälte und Anwältinnen ihrer eigenen Leben, als vielmehr Konstrukteure und Konstrukteurinnen derjenigen wären, Experimentierende und „Schaffende“.
Dann würden sie einfach in die Tasten hauen, obwohl das Blatt so leer ist und obwohl die Warum-ich-Analyse ergeben hat, dass sie objektiv -und rein rechtlich gesehen erst recht- jetzt gar niemand dazu zwingen kann, es zu tun.
Sich ihrer selbst bewusst, ihrer Fähigkeiten und dessen, was sie zu bewältigen im Stande sind.
Sie könnten von dem berichten, was sie geschafft haben oder woran sie sich gerade die Zähne ausbeißen und davon, wie es sich anfühlt, dies oder jenes zu tun. Oder, sie könnten das Gefühl genießen und einfach immer weiter machen, es schaffen, sich erschaffen. (Baut Häuser, Kinder, oder Raumschiffe oder schreibt von mir aus etwas: Denn das macht glücklich. Bitte!)



Wenn Kinder selbstbewusst sind und ein gutes Maß an Frustrationstoleranz besitzen, können sie sich Aufgaben im Alltag nicht nur besser stellen, sie haben vor allem eines: Freude am Tun!
Illustriert von Nele (11)




Isabells Internetpräsenz

Schauspielerin
Autorin
Sprecherin





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