Montag, 12. Dezember 2016

Freud und Leid - Der Adventskalender




Na, hast du den Adventskalenderstress hinter dich gebracht?
Erfolgreich für die Liebsten einen Kalender gebastelt oder gekauft. Dir Gedanken gemacht, was du hinter den 24. Türchen bzw in den 24 Säckchen verbergen möchtest?

Wie sieht der perfekte Adventskalender für Kinder aus?

Puh, dann ist es ja erst einmal geschafft, bis um nächsten Jahr 😉
Jedes Jahr kann man nämlich aufs Neue sehen, wie im November alles Kopf steht, wegen diesen Adventskalendern.

1000 Fragen werden diskutiert.
Ab wann verstehen Kinder den Sinn von Adventskalendern und sollten einen bekommen? Oder sollen sie vielleicht von Anfang an einen bekommen? Schließlich ist es Tradition.
Wie soll der Kalender befüllt werden?
Schokolade? Aber was ist mit den Zähnen??
Kleine Geschenkchen? Ist das nicht zu viel Konsum?
Gekauft oder selbst gebastelt?

Raum, für viel Konfliktpotential.


Keine Kleinigkeiten mehr, sondern Geschenke


Ich bin ehrlich gesagt auch von Jahr zu Jahr 
entsetzter überraschter, was viele ihren Kindern so in die Adventskalender stecken. 
Die Kalender, denn die meisten Kinder haben ja mehr als einen Kalender zu Hause hängen.
Da sind schon lange keine Kleinigkeiten mehr im Säckchen versteckt, sondern 24 Geschenke. Geschenke, die es eigentlich erst am 24. selbst geben könnte.
Wow, willkommen Reizüberflutung und Abstumpfung!
Dass Kinder sich nicht mehr über Kleinigkeiten freuen können und man jedes Jahr mit einem noch spektakuläreren Adventskalender aufwarten muss, damit die Kinder nicht enttäuscht sind, dass man ihnen somit die eigentlich Freude an der Sache nimmt, erzähle ich ja schon seit Jahren.



Adventszeit und social Media



Aber, dieses Jahr kann ich sogar nach empfinden, wie es den Kindern geht, mit diesen High-end-Kalendern. Denn, das ist meine erste Adventszeit auf social media Kanälen. Facebook, Instagram und co - hatte ich letztes Jahr noch nichts mit zu tun.

Dieses Jahr bin ich da auch unterwegs. Und es ist kaum zu glauben, was das so los ist. Schon lange, bevor der erste Dezember in Sicht war, kamen die Fragen: Wer hat noch was für meinen Adventskalender? Was kann man noch verlosen?
Da war richtig Stress. Ich hatte schon keine Lust mehr auf Adventskalender, lange bevor es überhaupt los ging.
Und jetzt, Mitte Dezember, bin ich nur noch genervt von den vielen täglichen Aufforderung, die ich in meinen Timelines oder in meinem Mailaccount finde.
Dabei sollen diese Adventskalender doch eigentlich bewirken, dass ich mich freue, oder? Dass ich etwas bekommen und erleben kann, was sonst im Jahr nicht möglich ist, dass ich mich besonders fühle. Stattdessen machen sie mir Stress, ständig soll ich irgendwo vorbei kommen, soll Türchen öffnen, soll liken, kommentieren, teilen und - natürlich - mich freuen. Und weil ich überall vorbeischauen soll, bleibt mir keine Zeit, auf irgend einem Blog zu verweilen. Ich muss weiter. Alles abarbeiten. Muss mich wieder freuen gehen.





Es muss immer größer und spektakulärer werden



Da wird eine Spirale in Gang gesetzt, die eigentlich nur abwärts führen kann, denn je mehr Kalender es gibt, desto größer muss das sein, was hinter den Türchen lauert versteckt ist. Wenn ich schon bei zwei Kalendern die Obstquetschies gewinnen konnte, tja, dann ist das im dritten Kalender nicht mehr ganz so spannend, also muss alles zwangsläufig noch größer und besser sein, als bei den anderen.
Es geht also nicht um Inhalt, es geht um Konsum und ich stumpfe langsam ab. Alles schon irgendwo mal gesehen in den letzten Tagen.

Wie gerne würde ich auf den Blogs mal einen stimmungsvollen Text lesen, statt diese Dauerwerbesendungen um die Ohren gehauen zu bekommen.
Ganz abgesehen davon, frage ich mich, warum ich als erwachsene Frau Quetschies verlost bekomme.... Sollte nicht MIR eine Freude gemacht werden? Ach nein, ich vergaß: Mutter, Zielgruppe und so, es geht ja gar nicht um mich.


Ich fasse kurz zusammen:

  • eigentlich soll ich mich freuen.

Stattdessen:

  • fühle ich mich Reizüberflutet
  • brauche immer mehr, um mich freuen zu können
  • verweile nicht mehr und stumpfe ab

Und noch ein Interessanter Punkt:
Ich muss liken, teilen und kommentieren um eventuell gewinnen zu können, was sich hinter dem Türchen verbirgt. Es gibt also eine klare Erwartungshaltung an mich.
Was ist wohl unsere Erwartungshaltung an unsere Kinder, wenn wir mit den mega Adventskalendern aufwarten?
Diesen Gedanken einmal zu denken, könnte lohnenswert sein.



Und, bist du auch im Kalenderstress oder schaffst du es entspannt zu bleiben?





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