Sonntag, 13. März 2016

Wie Kinder sich motorisch gut entwickeln

Kinder sollten möglichst nicht auf Spielgeräte gesetzt werden, sondern diese selbst erobern dürfen!
Illustriert von Nele (9)


Wunderst du dich auch manchmal über die vielen Erwachsenen auf den Kinderspielplätzen?
Ich meine nicht die Eltern, die gemütlich von der Bank aus mit einem Kaffee in der Hand dem Nachwuchs beim Spielen zu sehen, ich meine die Eltern, die überall, auf, unter und neben den Spielgeräten stehen.
Die, die alles geben, schwitzend den Nachwuchs von einem Spielgerät auf das nächste heben, voller Leidenschaft die einzelnen Attraktionen aufzählen (schau mal, da kann man balancieren....!).

Die, die wie ein Wachhund darauf achten, dass das Kind niemals von einem der Geräte fällt, denn es könnte ja....

Ja, was könnte das Kind eigentlich, wenn die Erwachsenen nicht mehr schützend neben jedem Klettergerüst stehen würden?



Die meisten Kinder könnten ziemlich gut einschätzen, was sie sich motorisch zutrauen können und was sie lieber noch eine Weile aus sicherem Abstand aus beobachten sollten.

 


Sie würden, selbst auf dem tollsten Spielplatz, oft erst mal nur eins machen: da stehen und schauen.
Das ist ziemlich schlau, denn so könnten sie sehen, wie man die verschiedenen Spielgeräte nutzen kann, könnten sich von anderen Kindern abschauen, was hier motorisch gefordert ist und so selbst Mut fassen sich einmal heranzuwagen.
Sie könnten außerdem die Erfahrung machen, dass das bloße Sehen wie man auf eine Schaukel klettert nicht ausreicht, um selbst ganz souverän hinauf zu gelangen.
Dass man sich stundenlang abmühen, immer wieder neue Bewegungsabläufe ausprobieren muss, bis man endlich auf der Schaukel sitzt.
Sie würden außerdem herausfinden, dass auf der Schaukel zu sitzen nicht bedeutet, dass man auch tatsächlich schaukelt und dass das Körpergedächnis manchmal ganz schon lange braucht, um sich an Bewegungsabläufe zu erinnern.



 


Sie könnten die Erfahrung machen, wie es sich anfühlt, sich für etwas wirklich angestrengt zu haben



und wie stolz man ist, wann man aus eigener Kraft ans Ziel gelangt ist.
Und, die Kinder könnten die Erfahrung machen, dass ihre Eltern ihnen etwas zutrauen, dass sie nicht abhängig sind von Erwachsenen, sondern sie sich den Spielplatz in ihrem eigenem Tempo erobern können.
Ach ja und die Kinder könnten lernen, wie man sich bei einem Sturz auffängt.
Und die Eltern?
Die könnten sich die Sonne ins Gesicht scheinen lassen und ihren motorisch sicheren und selbstbewussten Kindern zu schauen, wie sie spielen.

Und zwar am Besten mit anderen Kindern.





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